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Ratgeber

Fenchel

Fenchel

Fenchel, im griechischen Maratho, ist seit Jahrtausenden bekannt und wurde schon in der vedischen Naturheilkunde und in der Medizin im alten Griechenland wegen seiner Wirkung als Heilpflanze geachtet. Man setzte den Fenchel schon damals bei Schlangenbissen ein und sprach ihm eine Wirkung für gutes Sehen zu. Die Römer verbreiteten ihn dann rundum in ihrem Reich. Vermutlich hat Karl der Große dazu beigetragen, dass der Fenchel dann im frühen Mittelalter auch europaweit gefragt war. Denn er sorgte dafür, dass die Pflanze auf den kaiserlichen Höfen/Klostergärten angebaut wurde. Durch europäische Siedler kam der Fenchel nach Australien und Amerika. Die Siedler überlagerten damit den Geschmack von schlecht gewordenem Fleisch und sie verwendeten ihn als Konservierungsmittel. Auch als magisches Kraut war der Fenchel bekannt. Den Brauch zum Beispiel, den Weg von Frischvermählten mit dem Samen zu bestreuen für ein lange anhaltendes Eheglück, gibt es noch heute. 

Schnelle Fakten

Wissenschaftlicher NameFoeniculum vulgare (Bitterfenchel), Foeniculum vulgare var. dulce (Gewürzfenchel, Süßfenchel)
FamilieKarottenfamilie
Weitere NamenBritsamen, Brotsamen, Langer Anis
UrsprungMittelmeer
Verwendete TeileFrüchte (Samen genannt), Pollen

Anbau und Verarbeitung von Fenchel

Anbauregion von Fenchel

Die Heimat des Fenchels ist vermutlich der Mittelmeerraum und Vorderasien. Wo genau er seinen Ursprung hat, läßt sich auch heute noch nicht genau bestimmen. Mittlerweile baut man Fenchel in nahezu allen Teilen Europas an sowie auch in der Türkei, Nordafrika, den USA, Argentinien und Japan, am meisten jedoch in Indien. Als Gewürz gibt es im Anbau zwei Arten, den Gewürzfenchel bzw. Süßfenchel und den Wilden Fenchel (Bitterfenchel).

Wann wird Fenchel geerntet?

Die Samen der Fenchelpflanze entstehen in den Blütendolden. Sobald die Samen eine grau-grüne Farbe haben, schneidet man die Pflanze und trocknet die Dolden mit Früchten. Anschließend werden sie gedroschen, gereinigt und schließlich sortiert. 

Mehr über die Erntezeit von Kräutern findest du im Saisonkalender Kräuter.

Die Fenchel-Pflanze

Die Fenchel-Pflanze ist krautig, zweijährig bis ausdauernd mit einer Höhe von ca. 40 cm bis 200 cm. Der Gewürzfenchel hat eine sogenannte Schein-/Sprossknolle, Stiele mit grünem Kraut und sehr kleine, gelbe Blüten, woraus sich die Früchte entwickeln. Die Blätter sind gefiedert und ähneln denen der Dillpflanze.

Die Fenchelpflanze
Die Fenchelpflanze

Verwendung von Fenchel als Gewürz

Die Früchte des Fenchels, auch Fenchelsamen genannt, haben ein intensives Aroma und sollten deshalb sparsam dosiert werden. Unter den “Rippen” der Fenchelfrüchte verlaufen die Kanäle mit den ätherischen Ölen. Beim Mahlen können sich die Öle entfalten, da die Kanäle dadurch geöffnet werden. Bei trockenem Rösten verbinden sich nussige Pyrazin-Röstaromen mit den im Fenchel befindlichen Aromen. Das Grün der Pflanze sollte nicht erhitzt werden, man streut es frisch über die Speisen. 

Wonach schmeckt Fenchel?

Der Süßfenchel schmeckt intensiv, mild-süßlich und erinnert ein bißchen an Anis. Der Bitterfenchel hingegen würzig, etwas scharf und mehr bitter-süß, sein Geschmack ähnelt ein wenig dem der Selleriesamen. 

Was passt zu Fenchel?

Der Gemüsefenchel passt sowohl zu herzhaften als auch zu süßen Speisen. Man verwendet das Gewürz für Suppen, Eintöpfe, Gemüsepfannen, Kartoffeln, Zwiebeln, für diverse Fisch- und Fleischgerichte und natürlich für Currys und verschiedene Gewürzmischungen. Auch in Obstchutneys (insbesondere Feigen, Pflaumen) ist Fenchel gut zu verarbeiten. Fenchelliebhaber mögen ihn gerne als Gewürz im Brot und in Kuchen und Gebäck.

Zwei Beispiele für europäische Spezialitäten mit Fenchelgewürz sind die italienische Fenchelsalami und die Longeole, eine Rohwurst aus Genf. Das Fenchelgewürz ist zum Beispiel auch als sogenanntes Botanical in Sambuca, Gin, Liköre, Absinth, Fenchelbranntwein, französichem Pernod, Pastis und im griechischen Mastika zu finden.

Fenchel als Teil von Gewürzmischungen

Fenchelgewürz ist Bestandteil von Gewürzmischungen wie dem Fünf-Gewürze-Pulver/Südchina, dem Panch Phoran/Bangladesch, Ostindien, Garam Masala/Indien. 

Fenchelsamen läßt sich gut mischen und unterstützen mit folgenden Gewürzen:

Schwarzer Pfeffer mit seiner wärmend-scharfen Note, Kreuzkümmel für erdig-bitteres Aroma, Muskat mit ähnlicher Süße, Kardamom mit seiner Eukalyptusnote, Anis und Sternanis für blumige Nuancen, Cassia-Zimt zum Ausgleich von Bitternoten und die süßholzartigen Dillsamen mit Minz- und Zitrusnoten. Um das Fenchelaroma zu verstärken werden ebenso Kümmel, Koriander und Knoblauch verwendet. Fenchel harmoniert unter anderem auch gut mit Senf, Schwarzkümmel und Oregano.

In welchem Land wird Fenchel oft verwendet?

Fenchel ist ein fester Bestandteil der indischen Küche aber auch für mediterrane Gerichte wird Fenchel gerne benutzt. Aber auch in Europa, Afrika und Amerika wird mit dem Fenchelgewürz gekocht, gebacken und aromatisiert.

Wie kann man Fenchel ersetzen?

Man kann versuchen, dem Fenchelgeschmack mit Kümmel und Anis (sparsam dosiert) nahezukommen. Der spezielle Geschmack des Fenchelgewürzes ist allerdings sehr schwer zu erreichen.

Wie sollte Fenchel aufbewahrt werden

Um das Fenchel-Aroma zu erhalten und das Gewürz vor dem Verderben zu schützen, ist eine sachgemäße Lagerung nötig.

Gewürze sollten grundsätzlich trocken, kühl und lichtgeschützt gelagert werden, möglichst bei gleichbleibender Temperatur. Zu dicht am Herd oder Backofen könnte zu feucht-warm sein und auch im Kühlschrank ist es zu feucht, beides kann Schimmelbildung und das Verderben fördern. Bereits geöffnete Gewürze verderben schneller und auch gemahlen haben sie eine kürzere Haltbarkeit. Um das Aroma zu erhalten, empfiehlt sich zur Aufbewahrung eine Gewürz/Aroma- Dose, in die möglichst direkt nach dem Einkauf das Gewürz hineingegeben und die Dose mit Namen und Haltbarkeitsdatum versehen wird. 

Wie auch bei anderen Gewürzen, ist zu beachten, dass es nicht ratsam ist, direkt aus der Dose zu würzen. Wegen der aufsteigenden Feuchtigkeit kann das Gewürz verklumpen und evtl. kann es zu Schimmel in der Dose kommen. Es ist ratsam, einen Teelöffel zum Würzen zu benutzen und den Gewürzbehälter nicht direkt über den aufsteigenden Dampf zu halten. 

Wie gesund ist eigentlich Fenchel?

In der Naturheilkunde der Antike nutzte man den Fenchel schon bei Schlangenbissen. Kneipp sprach dem Gewürz auch eine heilende Wirkung zu. Heute wird er unter anderem als verdauungsförderndes und schleimlösendes Naturheilmittel beschrieben und seine ätherischen Öle in Hustensaft verwendet.

Wofür wird Fenchel noch verwendet?

Die Fenchelpflanze spielt auch in der Naturheilkunde eine Rolle und mit ihren ätherischen Ölen wird sie ebenso in der Kosmetik verwendet, beispielsweise für Parfums und Seifen.

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