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Produzenten

Von der wilden Taiga in die Pfalz — TAIGA Naturkost im Gespräch

Meiki
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TAIGA Naturkost bringt kleine Schätze aus den Wäldern Sibiriens in die Pfalz. Beim Sammeln der Zedernnüsse ist das Familienunternehmen auf die Hilfe der Einheimischen angewiesen. Neben den wilden Kernen aus der Taiga stellt die Manufaktur viele weitere Spezialitäten her, die meisten davon in Rohkost-Qualität.

Gespräch mit Patricia Toews von TAIGA Naturkost

Frau Toews, was steckt in einem „Sibirischen Bären-Pesto“?

Mit unserem Sibirischen Bären-Pesto haben wir etwas ganz Besonderes erschaffen. Wir fangen in der Rezeptur den Geschmack des Waldes ein. Es enthält Waldbeeren, Steinpilze, wilden Bärlauch, Edelkastanien, Zedernnüsse und feines Olivenöl. Damit kommt es fruchtig, würzig und mild zugleich daher, vor allem aber ist es ein überraschend intensives und feines Geschmackserlebnis.

Ich selbst esse es sehr gern, und zwar nicht nur zu Pasta oder als Brotaufstrich. Ich liebe das Bären-Pesto zu Käse, als Verfeinerung für Soßen oder als das gewisse Etwas zu Crêpes und anderen Speisen.

Passend dazu: das Sibirische Waldpesto, die Schwester des Bären-Pestos, ebenfalls mit wildem Bärlauch.

Wie kam die wilde Taiga in die Pfalz?

Unsere Gründergeschichte beginnt mit dem Vater unseres heutigen Geschäftsführers. Alexander Sojnikow war ein bekannter zeitgenössischer russischer Komponist und wanderte 1999 mit seiner Familie nach Deutschland aus, nach Frankeneck in der Pfalz. Dort gründete er einen Buchverlag und wurde sehr freundlich aufgenommen. Er erhielt viel Unterstützung und hatte den Wunsch, etwas zurückzugeben. So entstand die Idee, die kostbaren Zedernnüsse aus seiner Heimat in Deutschland und Europa bekannt zu machen. 2004 begann er als erster westlicher Importeur überhaupt, bio-zertifizierte Zedernnüsse in unsere Breitengrade einzuführen.

Vor allem in Osteuropa sind die kleinen, köstlichen Kerne bekannt und aus der Küche nicht wegzudenken. Nach dem Tod seines Vaters 2018 führt Jaroslaw Sojnikow das Unternehmen weiter. Er entwickelt die Eigenmarke TAIGA ständig weiter. Inzwischen sind wir ein Naturkost-Hersteller mit eigener Manufaktur, die meisten Produkte stellen wir in Rohkost-Qualität her. Der Familienbetrieb ist mittlerweile auf 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewachsen.

Zedernkerne sind das Herzstück bei TAIGA Naturkost. Woher genau erhalten Sie die „Perlen der Taiga“?

Unsere Zedernnüsse stammen von den wild wachsenden Bäumen des Altai-Gebirges, das im Grenzgebiet von Sibirien, Kasachstan, China und der Mongolei liegt und aus endlosen Wäldern besteht. Im Sammelgebiet werden die Zedernnüsse nachhaltig geerntet und auf modernen Anlagen schonend geschält. Daraus entsteht auch das „Gold der Taiga“: Unser Zedernussöl wird kaltgepresst und ist frei von jeglichen Zusätzen.

Ich selbst war leider noch nicht dort, aber Teile unseres Teams sind immer wieder bei der Ernte und bei der Bio-Zertifizierung dabei. Das Leben der Sammler und die Weite der Berge und Wälder sind beeindruckend. Die Menschen haben durch TAIGA Naturkost ein solides Einkommen.

Passend dazu: das kaltgepresste Bio-Zedernussöl, fein-nussig und ideal für den fertigen Teller. Weitere kaltgepresste Spezialitäten findest du unter Kern-, Nuss- & Bratöle.

Und wann werden die Zedernnüsse geerntet?

Die Ernte findet jedes Jahr zwischen August und September statt. Die Sammler ziehen für zwei bis drei Wochen in die Wälder. Zapfen am Boden zeigen ihnen, dass es am Baum erntereife Zedernnüsse gibt. Sie sammeln diese ein, klettern auf die meterhohen Bäume, die teilweise schon 550 Jahre alt sind, und pflücken die Zapfen von Hand. Ohne ihr ortskundiges Wissen würden wir unsere Zedernnüsse nie finden.

Haben Sie in Sibirien einen Partner vor Ort? Wie genau werden die Zedernkerne weiterverarbeitet?

Ja, in der Schälfabrik unseres Partners vor Ort geht es direkt weiter. So können wir alles lückenlos dokumentieren und eine hohe Qualität gewährleisten. Die Zapfen trocknen eine Woche, bevor die Zedernkerne herausgeschält werden. Das geschieht mit modernen Anlagen: Die Nüsse werden gegen Metallwände geschleudert, dabei platzen die Kerne heraus. Danach werden sie aufwendig sortiert und gereinigt, teilweise sogar von Hand. Noch in Sibirien werden die Zedernkerne vakuumverpackt und für den Versand bereitgestellt.

Kann man bei einer Wildsammlung die Ernte überhaupt planen?

Unser Ernteertrag hängt auf jeden Fall von der Saison ab. 2018 gab es tatsächlich einen fast hundertprozentigen Ernteausfall, wie wir ihn zuvor nie hatten. Normalerweise erholen sich die Bäume alle vier Jahre, und beim Altai-Gebirge handelt es sich um ein riesiges Sammelgebiet. Dennoch gibt es Jahre, in denen die Bäume allesamt wenig tragen. Dank der großen Erfahrung der Sammler, die ihre Gebiete kennen und die Erntemethoden verbessert haben, konnten wir unsere Verträge in den letzten Jahren aber immer erfüllen.

Welche Rolle spielt das Klima der Taiga?

Im Winter herrscht in der Taiga eine extreme Kälte von teilweise minus 60 Grad. Die Bäume sind entsprechend widerstandsfähig. In den Zapfen reifen die Nüsse langsam und in großer Höhe heran, nur etwa alle drei bis vier Jahre.

Und was sind Zedernflocken?

Nach dem Pressen unseres Zedernkernöls bleiben die teilentölten Zedernnüsse übrig, unsere Zedernflocken. Viele Kundinnen und Kunden schätzen die Möglichkeit, die Flocken als Parmesanersatz zu verwenden. Ich streue sie gern auf meinen Salat oder über frische Bowls. Das sieht auch sehr appetitlich aus.

Passend dazu: die Zedernnüsse „Edelbitter“ in dunkler Schokolade nach russischer Konfekt-Tradition und das Zedernuss-Mus als Aufstrich.

Woher beziehen Sie Trockenfrüchte und Nüsse? Was zeichnet Ihre Qualität aus?

Im Laufe der letzten Jahre haben wir neben den Zedernnüssen unser Sortiment stetig erweitert, mit dem Fokus auf erstklassige Qualität und schonende Verarbeitung. Dabei sind uns Produkte aus kleinen Projekten weltweit sympathisch geworden, die wir gern unterstützen. So gibt es zum Beispiel seit vielen Jahren eine unglaublich tolle Bio-Ananas aus Tansania mit umwerfendem Geschmack in unserem Sortiment.

Unsere Trockenfrüchte enthalten keinerlei Zusatzstoffe wie zum Beispiel Schwefel. Bevor wir ein Produkt für den Verkauf freigeben, führen wir immer einen Sensorik-Test durch. Auch für unser Nuss-Sortiment haben wir weltweit verlässliche Partner, teilweise stammt die Ware aus Europa, etwa aus Spanien oder Italien. Natürlich gelten dieselben Qualitätsansprüche wie bei den Trockenfrüchten.

Passend dazu: der GeNuss-Mix „kunterbunt“; weitere Kerne und Saaten findest du in der Kategorie Nüsse, Kerne & Samen.

Spielt fairer Handel dabei auch eine Rolle?

Ja, das ist uns sehr wichtig. Wir arbeiten mit kleinen Kooperativen und größeren Partnern zusammen. Dazu gehören zum Beispiel die Sammlerfamilien aus Sibirien, aber auch kleinere Projekte weltweit. Wir legen Wert darauf, dass unsere Produkte einen sozialen Mehrwert haben.

Was macht Ihre Müslis so besonders?

Wir lassen die Saaten und das Getreide, die wir für unsere Müslis verwenden, keimen. Daneben haben wir die Rezepturen geschmacklich besonders sorgfältig entwickelt. Beides zusammen macht unsere Müslis attraktiv für Genießerinnen und Genießer.

Passend dazu: Nastjas Müsli (glutenfrei, mit gekeimtem Hafer und Buchweizen, Maulbeeren, Moosbeeren und Zedernflocken), Ivans Müsli und Maschas Kascha als Grundmischung zum Selbstverfeinern. Mehr Frühstücksideen gibt es in der Kategorie Müsli & Cerealien.

Warum sollte man TAIGA Kakaobohnen unbedingt probieren?

Ihre leichte Bitterkeit ist Programm und zeichnet hundertprozentigen Rohkakao aus. Warum also nicht gleich die Quelle probieren, die unbearbeitete rohe Kakaobohne? Sie ist ein echtes Naturprodukt und besitzt ein intensives, ursprüngliches Aroma. Nicht nur für Kenner ist sie eine echte Delikatesse, gerade in der Rohkostküche wird sie gern eingesetzt.

Auch unser Supermix enthält die kostbare Kakaobohne und macht die Mischung mit Physalis und Maulbeeren zu einem besonderen Genuss.

Passend dazu: der Supermix „Taiga“ mit Zedernnüssen, Maulbeeren, Physalis, fermentierten Kakaobohnen und Cashews. Die Süße kommt aus den Früchten, die Bitternote aus dem Kakao.

Was ist Ihr Lieblingsprodukt bei TAIGA Naturkost?

Neben unseren Zedernnuss-Produkten sind die getrocknete Ananas und die Mangos meine Highlights. Bevor ich für TAIGA Naturkost gearbeitet habe, mochte ich Trockenfrüchte gar nicht so sehr. Jetzt liebe ich sie richtig, weil sie mich geschmacklich einfach umhauen.

Mehr aus der Taiga-Küche

Wer Bärlauch selbst verarbeiten möchte, findet im Rezept für Bärlauch-Pesto eine einfache Anleitung. Weitere Sorten gibt es in der Kategorie Pesto, das ganze Sortiment des Pfälzer Familienbetriebs bei TAIGA Naturkost.

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