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Produzenten

African Wildlife — Elephant Gin im Gespräch

Meiki
wild

Tessa und Robin Gerlach fühlen sich verbunden mit der Weite Afrikas. Auf zahlreichen Reisen entdeckten sie den Kontinent und ihre ganz persönliche Mission. Mit Elephant Gin machen sie den Geschmack der afrikanischen Wildnis erlebbar – und tragen zum Schutz des Afrikanischen Elefanten bei. Im Gespräch erzählt Tessa Gerlach, wie aus einem Sundowner im Busch eine Gin-Marke wurde, welche afrikanischen Botanicals im Gin stecken und wie Elephant Gin Elefanten-Projekte in Kenia und Südafrika unterstützt.

Gespräch mit Tessa Gerlach von Elephant Gin

Vor vier Tagen wart ihr beide noch in Kenia. Welche Eindrücke bringst du aus dem fernen Land mit?

Wir waren schon so oft in Kenia und Südafrika unterwegs, um unsere Partner zu besuchen und unserem Team zu zeigen, wie bei Elephant Gin alles angefangen hat. Jede Reise bringt neue Geschichten, Erfahrungen und wundervolle Momente mit den Menschen vor Ort mit sich – und Eindrücke der unglaublich schönen Natur, der Weite, der Landschaft, der Tiere. Das Wichtigste ist aber immer die Bestätigung, dass all die Arbeit, Ausdauer und Willensstärke, die wir in unser Herzensthema investieren, genau richtig ist. Diese Faszination wollen wir mit unseren Gins weitergeben.

Ihr bereist den afrikanischen Kontinent schon lange. Was verbindet euch mit dieser anderen Welt, und warum hat sie euch zu Gin inspiriert?

Wer schon einmal in Afrika gereist ist und seine Länder abseits des großen Tourismus entdeckt hat, weiß, dass der Kontinent etwas Magisches hat. Ich kann das schwer beschreiben, aber dieses Gefühl vergisst du nie wieder. Zurück in Europa haben uns die Erfahrungen nicht mehr losgelassen. Obwohl wir in Deutschland leben, wollten wir die Beziehung zu den Menschen dort aufrechterhalten und ihre großartige Arbeit unterstützen.

Auf einer unserer Reisen ließen wir einen langen Tag im Busch bei Sonnenuntergang mit einem Glas Gin & Tonic ausklingen. Das ist eine Tradition in Afrika und ein schöner Abschluss einer Safari: Die Guides trinken abends Gin & Tonic und lassen die Erlebnisse des Tages Revue passieren. In diesem stimmungsvollen Moment kam vieles zusammen – die Eindrücke der wilden Natur, die Herzlichkeit der Menschen und unsere Dankbarkeit, das alles erleben zu dürfen. Und auch die Erfahrung, dass dieses wunderbare Ökosystem und vor allem die Elefanten durch den Menschen stark gefährdet sind.

All das traf auf Robins Experimentierfreude, meine Liebe zu den Elefanten und auf das, was uns beide verbindet: eine Leidenschaft für Gin und Unternehmergeist. Wie eng der Gin & Tonic mit der Kolonialgeschichte verknüpft ist, zeigt übrigens die Geschichte des Gins.

Genuss und Tierschutz klingen erst einmal nach gegensätzlichen Themen. Wie bringt Elephant Gin beides zusammen?

Mit unserem Gin versuchen wir, den African Spirit in all seinen Facetten einzufangen und den Menschen, die uns zu diesem Unternehmen inspiriert haben, etwas zurückzugeben. Wir unterstützen sie dabei, den Afrikanischen Elefanten vor dem Aussterben zu bewahren. Seit dem Verkauf der ersten Flasche spenden wir 15 Prozent vom Gewinn jeder Flasche an unsere Partnerstiftungen in Afrika, die sich für den Erhalt der Elefanten und ihres Lebensraums einsetzen.

Jede Flasche trägt den Namen eines Elefanten aus den Gebieten, die wir mit unseren Maßnahmen schützen und deren Geschichten wir nachvollziehen können. Das ist unsere persönliche Verbindung – und die Geschichte dahinter macht jeden Schluck zu mehr als nur einem Genussmoment.

Welche Projekte fördert ihr genau, und was haben die Elefanten davon?

Wir unterstützen lang- und kurzfristige Projekte, dazu gehören Forschungsprojekte oder der Bau von Brunnen als Wasserstellen für die Elefanten. Die Big Life Foundation unterstützen wir zum Beispiel langfristig. Dort haben wir uns verpflichtet, eine bestimmte Anzahl an Rangern zu finanzieren, also für ihre Gehälter und ihre Ausrüstung aufzukommen. Unsere Gelder fließen konkret in den Unterhalt von 55 Big-Life-Rangern. Sie patrouillieren tagein, tagaus in den Ökosystemen ihrer Einheiten und schützen die Elefanten vor Wilderern.

Und ihr unterstützt ein Elefanten-Waisenhaus bei Nairobi?

Kontinuierlich unterstützen wir die Organisation Sheldrick Wildlife Trust. Sie betreibt ein Elefanten-Waisenhaus in der Nähe von Nairobi und zieht verwaiste Elefantenbabys für die Auswilderung auf. Wir haben dauerhaft die Patenschaft für 25 Waisen-Elefanten übernommen. Außerdem fördern wir Forschungsprojekte zur Zählung von Elefanten und helfen bei Korridor-Projekten, die Verbindungen zwischen geschützten Reservaten schaffen.

Außerdem habt ihr ein Bildungszentrum im Norden Südafrikas gefördert?

Ja, in Kooperation mit Space for Elephants. Das Bildungszentrum klärt Jugendliche und Erwachsene in der Region über die Bedeutung der Tierwelt und einer intakten Umwelt auf. Einheimische und internationale Besucher können dort mehr über den Wert der Elefanten für das Ökosystem und über ihre Intelligenz erfahren. So macht das Zentrum deutlich, warum die Tiere für künftige Generationen geschützt werden müssen.

Das Wildlife Spirit liegt in den Lebombo-Bergen im Norden Südafrikas und bietet einen atemberaubenden Blick über den Jozini-See. Besucher können dort verschiedene Aktivitäten rund um Elefanten und einheimische Pflanzen kennenlernen. Die Gemeinschaft vor Ort kann ihr Kunsthandwerk vorstellen und verkaufen, und Gäste können zum Beispiel aus Altpapier und Elefantendung Papier schöpfen.

Was sagen die Menschen vor Ort zu eurem Engagement, und wie sind die Rückmeldungen in Deutschland?

Unsere Partner sind dankbar für die kontinuierliche Unterstützung, denn sie ist planbar. Die Menschen vor Ort freuen sich außerdem, dass wir Teile der Produktion zu ihnen verlagern und so Arbeitsmöglichkeiten schaffen. In Kenia arbeiten wir mit einer Gruppe von Massai-Frauen zusammen. Sie fädeln die Perlenbänder für unsere Sloe-Gin-Flaschen und können mit dem verdienten Geld ihre Kinder zur Schule schicken.

Und unsere Kundinnen und Kunden lieben den Geschmack, die Qualität und das Erscheinungsbild unserer Produkte – und schätzen es, mit den 15 Prozent etwas zu einem wichtigen Thema beizutragen.

Wie kam es zur Idee, afrikanische Botanicals in einen Gin zu bringen?

Auf einer langen Reise durch das südliche Afrika sind wir auf eine Vielzahl von Pflanzen gestoßen, die für mitteleuropäische Gins ungewöhnlich sind – Buchu, Afrikanischer Wermut, Teufelskralle, Lion's Tail. Viele davon haben wir im Austausch mit den Menschen vor Ort kennengelernt. Wir wollten diese Aromen in einen Gin bringen, der die Wildnis des Kontinents schmeckbar macht. Was Botanicals sind und wie sie den Charakter eines Gins prägen, erklärt der Ratgeber zu Gin-Botanicals.

Wie schmecken Buchu und Baobab?

Buchu ist ein besonderes Kraut aus Südafrika. Der charakteristische Duft seiner ätherischen Öle ist minzig-fruchtig und erinnert an schwarze Johannisbeeren. Baobab ist die Frucht des Affenbrotbaums, der in Afrika auch Baum des Lebens oder Zauberbaum genannt wird. Ihren Geschmack beschreibst du am besten als fruchtig-herb, leicht süßlich, aber überwiegend säuerlich. Elefanten lieben die Früchte übrigens auch.

Neben diesen Kräutern enthält eure Basis-Komposition noch weitere afrikanische Kräuter, Wurzeln und Rinden. War es anfangs schwierig, die neuen Botanicals zu destillieren?

Wir haben monatelang mit Gin und afrikanischen Kräutern experimentiert, um den Geschmack unseres London Dry Gin zu perfektionieren. Am Anfang hatten wir eine lange Liste von Kräutern, die uns gefielen. Eine Reihe davon mussten wir aber direkt streichen, weil sie in einigen europäischen Ländern nicht zugelassen sind. Dann hieß es erst einmal: riechen, einlegen, kochen und trocknen. Anschließend haben wir viele Monate getestet und dabei auf immer mehr Kräuter verzichtet, weil sie oft eine zu bittere Note mitbrachten.

Wir haben bestimmt ein Jahr gebraucht, bevor wir mit der Arbeit an der richtigen Anlage angefangen haben. Nach jeder Version haben wir unsere Testnasen zurate gezogen: Es wurde blind verkostet und das Ergebnis immer wieder in einer Runde von Barkeepern diskutiert und verglichen. Wenn ich eine Zahl nennen müsste, würde ich unsere Versuche auf 30 Versionen schätzen. So kamen unter anderem Teufelskralle, Buchu, Lion's Tail, Afrikanischer Wermut und die Früchte des Affenbrotbaums in unseren Gin. Wie so eine Blindverkostung abläuft, kannst du mit unserer Anleitung zum Gin-Tasting selbst ausprobieren.

Und wie kamen die Äpfel in eure Rezeptur?

Wir wollten eine Verbindung schaffen. Wir haben damals auf Gut Schwechow mit dem Brennen begonnen, bevor wir nach Wittenburg umgezogen sind. Das Gut ist von Apfelplantagen umgeben, also haben wir den Apfel in unsere Rezeptur aufgenommen. Er gibt unserem Gin ein besonders mildes Aromaprofil.

Ihr destilliert mit einer Kupferbrennblase von Arnold Holstein. Was macht die Verarbeitung so besonders?

Arnold Holstein steht für kompromisslose handwerkliche Qualität – Handwerk für Craft Spirits. Geschmack und Aroma sind auch eine Frage der Technik. Mit einer Kupferbrennblase aus dem Hause Holstein erzielen wir herausragende Destillationsergebnisse, und moderne Verarbeitungstechniken spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Wie stellt ihr Elephant Sloe Gin her?

Elephant Sloe Gin basiert auf unserem London Dry Gin. Frische, von Hand gepflückte Schlehen mazerieren im Gin und werden anschließend gepresst. Bei der folgenden Lagerung setzen sich die Schwebstoffe ab. Durch ständiges Probieren wartet unser Destillateur den richtigen Zeitpunkt ab, bis sich der Geschmack voll entfaltet hat. Am Ende geben wir noch etwas Zucker dazu und bringen den Sloe Gin auf eine Trinkstärke von 35 % vol.

Wie gut Schlehen-Gin im Glas funktioniert, zeigen unsere Sloe-Gin-Cocktail-Rezepte, etwa der Sloe Gin Tonic oder der Sloe Gin Fizz.

Warum sollte ich eure Neukreation Orange Cocoa Gin unbedingt probieren?

Elephant Orange Cocoa Gin ist eine zitrusfrische Gin-Variante. Sie besticht durch eine aromatische Vielschichtigkeit aus sonnengereiften spanischen Bio-Orangen, feinen Bio-Orangenschalen und sanft gerösteten Kakaobohnen. Aroma, Geschmack und Textur einer frischen Orange stecken nicht nur in ihrer Schale. Deshalb verarbeiten wir die ganze Frucht in einem zusätzlichen Schritt per Vakuumdestillation.

Durch die schonende Destillation bei 78 Grad bleiben die feinen Aromen pur und unverfälscht erhalten und können ihren vielseitigen Charakter entfalten. Das geschmacksintensive Destillat sorgt für zusätzliche Frische und eine unverwechselbare Vielschichtigkeit – der perfekte Gin für den Start in den Frühling.

Was ist das Besondere am Elephant Gin Coffee Liqueur?

Er ist für Gin- und Kaffeeliebhaber zugleich. Die Basis bildet unser Elephant Aged Gin, der mit seinem vanilligen Geschmacksprofil bestens zu Kaffee passt. Feine Kaffeedestillate treffen auf eine Cold-Brew-Version derselben sorgfältig ausgewählten Arabica-Bohne und bringen Noten von braunem Zucker, Nougat und Preiselbeere mit. Wie beim Orange Cocoa setzen wir auf die aufwendige Vakuumdestillation, um die aromatische Komplexität der Kaffeebohnen zu erhalten. Der Likör ist eine schöne Alternative zum Dessert und ein gutes Mitbringsel für gesellige Stunden. Weitere ungewöhnliche Ideen rund um Kaffee und Gin findest du in unserem Beitrag über außergewöhnliche Gin-Kreationen.

Welche Sorten gibt es?

Wir haben mehrere Linien: London Dry Gin, Sloe Gin, Aged Gin, Strength Gin, den Orange Cocoa Gin, den Coffee Liqueur und einige Limited Editions. Jede mit ihren eigenen afrikanischen Botanicals und ihrer eigenen Geschichte. Wie sich die Gin-Stile voneinander unterscheiden, liest du im Ratgeber Gin-Sorten.

Nach eurer Philosophie sind Hersteller für die Nachhaltigkeit ihrer Produkte verantwortlich. Wie setzt ihr das bei Elephant Gin um?

Für uns gibt es kein Ob, sondern nur ein Unbedingt. Wir alle müssen unseren Teil dazu beitragen, Emissionen zu verringern. Unsere Zutaten produzieren und verarbeiten wir auf natürliche Weise. Dabei hinterfragen wir ständig unsere Produktionsprozesse, Produkte und Marketingmaterialien und suchen nach nachhaltigeren Materialien mit kleinerem Fußabdruck.

Wir haben an allen möglichen Stellschrauben unserer Flasche gedreht, ohne ihr ikonisches Design zu verändern. Die Schrumpfkappe über dem Korken besteht aus chemiefreiem Kunststoff, und das Gewicht der Flasche konnten wir um rund 15 Prozent reduzieren. So sparen wir künftig um die 60 Tonnen CO₂ ein.

Wie achtet ihr bei der Herstellung eures Sloe Gins auf Zero Waste?

Bei der Produktion bleibt ein hochwertiges Restprodukt übrig: der Schlehentrester. Gemeinsam mit der Schokoladen-Manufaktur Rausch haben wir daraus in der vergangenen Weihnachtssaison eine Praline kreiert, die sehr gut angenommen wurde. Die Praline war für uns kein Business Case, aber ein großartiges Produkt, um andere auf diesen Gedanken zu bringen.

Welche Pläne habt ihr für die Zukunft?

Derzeit freuen wir uns über eine Million Euro, die wir seit unserem Bestehen spenden konnten. Das ist ein riesiger Meilenstein, den wir in kurzer Zeit mit dem Verkauf unserer Flaschen erreicht haben. Natürlich setzen wir uns neue Ziele, denn wir möchten die Erfolge unserer Reise weiterführen. Die Gin Master Competition hat unseren Elephant Strength Gin kürzlich zum weltbesten Gin gekürt. Diese Messlatte möchten wir halten.

Und es stehen noch zwei neue Projekte in den Startlöchern?

Im April geht unsere eigene Stiftung an den Start: die Elephant Gin Foundation. Mit ihr geben wir unserem Herzensprojekt eine unabhängige Plattform und können auch abseits des Flaschenverkaufs Gelder für die Projekte unserer jetzigen und zukünftigen Partner sammeln. Hätte uns Corona nicht so ausgebremst, wäre außerdem unsere Destillerie für Besucher in Wittenburg schon geöffnet. Der Bau hat sich verzögert, nimmt jetzt aber volle Fahrt auf, und wir hoffen, zum Ende des Jahres den Umzug planen zu können.

Was ist dein liebster Elephant Gin, und welcher Perfect Serve gehört dazu?

Mein liebster Elephant Gin ist ganz klassisch ein Gin & Tonic mit Indian Tonic Water. Nach einem abenteuerlichen Tag schmeckt er gemeinsam mit Freunden einfach am besten – und erinnert mich immer wieder an den Moment, in dem alles begann. Wie der Klassiker gelingt, steht in unserem Rezept für den Gin Tonic. Weitere Gins aus kleinen Manufakturen findest du in unserer Kategorie Gin.

Das Gespräch erschien im März 2022 in unserem Magazin. Zahlen und Pläne geben den damaligen Stand wieder.

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