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Öle

Blaumohnöl

Simon
Blaumohnöl

Blaumohnöl ist ein seltenes, kaltgepresstes Speiseöl mit zartem Mohnaroma und feiner Süße. Hier erfährst du, woher der Blaumohn kommt, wie er angebaut und zu Öl gepresst wird, wie Blaumohnöl schmeckt, wozu es in der kalten Küche passt und wie du es richtig lagerst.

Blaumohn auf einen Blick
Botanischer Name Papaver somniferum
Familie Mohngewächse (Papaveraceae)
Weitere Namen Schlafmohn, Speisemohn
Ursprung Naher Osten, Asien
Verwendete Teile Samen
Geschmack des Öls zart nach Mohn, nussig-mild, feine Süße

Woher kommt der Mohn?

Mohn stammt ursprünglich aus dem Nahen Osten und Asien. Bereits im antiken Griechenland und im alten Rom wurde die Pflanze geschätzt. Weltweit gibt es über 100 verschiedene Mohnarten. Viele davon, insbesondere ihr Milchsaft, sind giftig – der bekannte rote, wilde Klatschmohn eignet sich zum Beispiel nicht zum Verzehr.

Zu unseren heimischen Kulturpflanzen zählen Blau-, Grau- und Weißmohn. Ihre Samen werden zur Gewinnung von Blaumohnöl und anderen Speiseölen sowie zur Verfeinerung von Backwaren verwendet – vom Mohnkuchen bis zum Mohnbrötchen.

Getrocknete Mohnkapseln und eine Schale mit blaugrauen Mohnsamen

Blaumohnsamen – klein und ergiebig

Blaumohn wächst auf durchlässigen Böden mit kalkhaltiger oder sandiger Erde. Tagsüber liebt er die Sonne, nachts bevorzugt er die Kühle. Der Anbau unterliegt in Deutschland strengen Auflagen, sodass die zugelassenen Sorten kein Morphin enthalten.

Für den Anbau braucht es viel Erfahrung, denn die Pflanze ist anspruchsvoll. Die extrem kleinen Samen erfordern bei der Aussaat besondere Pflege. Blaumohn wächst nur langsam, deshalb ist eine zeitaufwendige Unkrautkontrolle nötig.

Kurze Blüte, sorgfältige Ernte

Die Pflanze erreicht etwa einen Meter Höhe, besitzt längliche Blätter und trägt ein bis zwei Blüten. Ende Mai beginnt die rosafarbene Blütezeit, die nur rund drei Tage dauert. Im Juni fallen die reifen Samen auf den Boden der Kapseln und rascheln leise, wenn die Kapsel geschüttelt wird – ein klares Zeichen, dass die Ernte beginnen kann.

Die empfindlichen Samen dürfen bei der Ernte nicht beschädigt werden, sonst tritt das Öl aus. Deshalb wird mit großer Sorgfalt und speziellen Maschinen geerntet.

Wie wird Blaumohnöl gewonnen?

Blaumohnöl ist ein seltenes und kostbares Öl, das durch Kaltpressung der Samen gewonnen wird. Dabei werden die Samen nicht erhitzt, und auch beim rein mechanischen Pressen bleiben die Temperaturen niedrig. Die schonende Verarbeitung bewahrt die feinen Aromen und die typische gelbliche bis grünliche Farbe.

In der Regel verzichten die Ölmühlen auf eine Filterung und lassen das frisch gepresste Öl ruhen. So setzen sich die Trübstoffe von allein ab, und das klare Öl wird anschließend abgeschöpft. Blaumohnöl ist deshalb meist naturbelassen.

Aus einem Kilo Blaumohnsamen lassen sich etwa 350 bis 400 ml Öl pressen. Kaltpressung bringt grundsätzlich weniger Ertrag als die industrielle Speiseöl-Herstellung – das erklärt, warum Blaumohnöl zu den Spezialitäten unter den Ölen zählt.

Wie schmeckt Blaumohnöl?

Blaumohnöl hat eine hellgelbe Farbe und schmeckt zart nach Mohn, nussig-mild und mit feiner Süße. Es erinnert an leicht gerösteten Mohn. Im Vergleich zum milderen Graumohnöl hat es eine etwas würzigere Note, Weißmohnöl schmeckt dagegen eher nussig.

Sein dezentes Profil macht es zu einem vielseitigen Öl, das den Eigengeschmack der Speisen nicht überdeckt. Wer nussige Öle mag, findet in Walnussöl, Hanföl oder Kürbiskernöl spannende Verwandte für die kalte Küche.

Blaumohnöl in der Küche

Blaumohnöl eignet sich nur für die kalte Küche. Bei Temperaturen über 40 Grad verflüchtigen sich die feinen Aromen, und der Geschmack verändert sich. Ideal ist die kalte oder lauwarme Verwendung als Finishing-Öl – also kurz vor dem Servieren über das fertige Gericht geträufelt. Zum Braten greifst du besser zu einem hitzestabilen Öl, mehr dazu im Ratgeber Olivenöl zum Braten.

Damit der Eigengeschmack erhalten bleibt, dosiere Essig und Gewürze sparsam.

Feldsalat mit Roter Bete und Ziegenkäse, beträufelt mit Blaumohnöl

Herzhafte Gerichte

  • Salat-Dressings: besonders zu herben Blattsalaten und Wintersalaten mit Roter Bete oder Feldsalat, etwa im Feldsalat mit Vinaigrette oder im Rote-Bete-Salat
  • Käse: zu Ziegen- oder Schafskäse entfaltet sich das Mohnaroma besonders vollmundig, zum Beispiel im Melonen-Feta-Salat
  • Gemüse: als Finishing-Öl über Kartoffeln, Karotten, Pastinaken, Kürbis und Spargel
  • Fisch und Nudeln: ein paar Tropfen kurz vor dem Servieren geben eine besondere Note
  • Rohkost: zu geraspelten Möhren, Kohlrabi oder Rucola, wie im Rucola-Salat

Tipp: Für eine einfache Vinaigrette mischst du drei Teile Blaumohnöl mit einem Teil mildem Apfelessig oder hellem Balsamessig, dazu Salz, Pfeffer und einen Klecks Honig. Die Grundlagen findest du im Vinaigrette-Grundrezept.

Panna Cotta mit frischen Beeren und einigen Tropfen Blaumohnöl

Süße Gerichte

Das Gourmet-Öl veredelt auch Süßes: Eis, Obstsalate, Panna Cotta, Quark und Joghurt bekommen mit ein paar Tropfen eine feine Mohnnote. Es schmeckt hervorragend in Müsli und zu Pfannkuchen. In Kuchen und Plätzchen sorgt es für ein besonders feines, mohniges Aroma.

Besonders gut harmonieren die Aromen des Blaumohns mit Erdbeere, Birne, Marille, Heidelbeere und Wassermelone.

Blaumohnöl richtig lagern

Blaumohnöl ist empfindlich gegenüber Licht, Wärme und Sauerstoff. Bewahre es grundsätzlich kühl und dunkel auf. Ungeöffnet hält es sich so bis zu neun Monate.

Nach dem Öffnen gehört Blaumohnöl am besten in den Kühlschrank und sollte innerhalb von drei bis sechs Monaten verbraucht werden. Eine dunkle Glasflasche schützt zusätzlich vor Licht. Verschließ die Flasche nach jedem Gebrauch gut, damit möglichst wenig Sauerstoff an das Öl kommt.

Kaltgepresste Kern- und Nussöle aus kleinen Ölmühlen findest du in unserer Kategorie Kern- und Nussöle, passende Essige in Essig & Öl.

Hinweis: In diesem Ratgeber geht es um Herkunft, Geschmack und Verwendung in der Küche. Aussagen zu gesundheitlichen Wirkungen von Lebensmitteln dürfen wir als Shop nach der EU-Health-Claims-Verordnung nicht treffen.

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